Mittwoch, 25. Juli, 20 Uhr

Rundum klassisch – Eröffnungskonzert Ihrer Stadtwerke Kamp-Lintfort

Audimax Hochschule Rhein-Waal, Standort Kamp-Lintfort

Große Romantik zur Eröffnung für Klaviertrio

Ein kraftvolles und tief empfundenes Spätwerk von Robert Schumann aus seinem sehr produktiven Düsseldorfer Jahr 1851 und eine schwärmerische Liebeserklärung an die Ferne Geliebte des jungen Johannes Brahms umrahmen den Norwegischen Komponisten Edvard Grieg, der in Leipzig studierte und in seiner Heimat zum Inbegriff der nordischen Romantik wurde.


Robert Schumann: Klaviertrio Nr. 3 g-Moll op. 110
Edvard Grieg: Klaviertrio Andante con moto op. EG 116
Johannes Brahms: Klaviertrio Nr. 1 H-Dur op. 8, Urfassung

Donnerstag, 26. Juli, 20 Uhr

Konzert im Martinstift

„Bonjour Comté de Moers“

Ein musikalisches Feuerwerk aus Frankreich: die Violinsonate von Maurice Ravel, in der ein wahrhafter Blues zu erleben ist, und das späte epochale Klavierquintett von Gabriel Fauré. Jean Cras gehört zu den völlig zu Unrecht vergessenen Komponisten. Sein Streichtrio zeigt die schillernde Farbigkeit impressionistischer Kompositionskunst. Nadia Boulanger war die berühmteste Kompositionslehrerin des 20. Jahrhunderts. Zu Ihren Schülern zählten Astor Piazzolla, Philipp Glass, Aaron Copland, aber auch Quincy Jones.


Jean Cras: Streichtrio
Maurice Ravel: Violinsonate Nr. 2 G-Dur
Nadia Boulanger: Trois pièces für Violoncello und Klavier
Gabriel Fauré: Klavierquintett Nr. 2 c-Moll op. 115

Freitag, 27. Juli, 19 Uhr

Gala im Schloss – Das Benefizkonzert für das Festival

Schloss Leyenburg


Schuberts einziges Streichquintett in der Besetzung mit zwei Celli, komponiert im September 1828, wenige Monate vor seinem Tod, war sein kammermusikalischer Schwanengesang. In einer selbst für ihn einmaligen Weise sind hier alle Qualitäten seiner reifen Instrumentalmusik gebündelt: sinfonische Form, entrückte Klangschönheit und dramatische Kontraste. Die Tragik eines Menschen, dessen Lebensträume nicht in Erfüllung gegangen sind, legt sich wie ein Firnis von Trauer über eines der klangschönsten Werke der Romantik.
Davor erklingen Beethovens revolutionäres Streichtrio und ein Duo, das Mozart bei seinem letzten Aufenthalt in Salzburg komponierte – als Freundesdienst für Michael Haydn, den jüngeren Bruder des großen Joseph.


Ludwig van Beethoven: Streichtrio c-Moll op. 9 Nr. 3
Wolfgang Amadeus Mozart: Duo B-Dur für Violine und Viola KV 424
Franz Schubert: Streichquintett C-Dur op. 163 D 956

Samstag, 28. Juli, 18 Uhr

Soirée in der Johanniskirche

English Tea Time

Benjamin Britten bewunderte seinen väterlichen Freund und Lehrer Frank Bridge sehr. Beide zählen zu den wichtigsten Komponisten des 20.Jahrhunderts. In England gehören sie fest zum Repertoire der Opernhäuser und Konzerthäuser. Obwohl beide bis weit in das 20. Jahrhundert lebten und komponierten, ist ihre Musik eher vom romantischen Ausdruck geprägt - so wie das unwiderstehliche Streichquintett A-Dur von Mendelssohn, das bei einer der „Sonntagmusiken“ im Hause Mendelssohn zum ersten Mal erklang. Später war es auch in London oft zu hören, wo Mendelssohn zum beliebtesten Gastdirigenten von Queen Victoria und der „Philharmonic Society“ aufstieg.


Benjamin Britten: Drei Divertimenti für Streichquartett
Felix Mendelssohn Bartholdy: Streichquintett Nr. 1 A-Dur op. 18
Frank Bridge: Streichsextett Es-Dur

Samstag, 28. Juli, 22 Uhr

Nachtkonzert im Rokokosaal Kloster Kamp


Ein Liebespaar in einem Wiener Park in einer drückend schwülen Sommernacht. Verhängnis lastet auf den Beiden, doch die Liebe des Mannes ist stärker als die Schuldkomplexe der Frau. In Streicherklängen von überirdischer Schönheit hat Arnold Schönberg 1899 die Erlösung in Richard Dehmels Gedicht „Verklärte Nacht“ besungen, ein Stück im großen Gestus der Jahrhundertwende. Eduard Steuermann, der maßgebliche Pianist des Schönberg-Kreises und spätere Lehrer von Adorno, Alfred Brendel und Menahem Pressler, hat das Streichsextett für zwei Streicher und Klavier bearbeitet. Auch im „Geistertrio“ von Beethoven wird man Zeuge einer nächtlichen Szene in Wien anno 1808. In diesem Jahr hob Beethoven sein D-Dur-Trio aus der Taufe – strahlend hell in den schnellen Ecksätzen, nächtlich düster im langsamen Mittelsatz: „Der Character dieses, sehr langsam vorzutragenden Largo ist geisterhaft schauerlich, gleich einer Erscheinung aus der Unterwelt“ (Carl Czerny).


Ludwig van Beethoven: Klaviertrio Nr. 5 D-Dur op. 70 Nr. 1 „Geistertrio“ Ernest Bloch: Drei Nocturnes für Klaviertrio Arnold Schönberg: „Verklärte Nacht“ op. 4 für Klaviertrio

Sonntag, 29. Juli, 11 Uhr

Matinée in Schloss Ossenberg


Antonín Dvorák und sein Schwiegersohn Josef Suk waren ein Herz und eine Seele, als der junge Geiger anno 1891 sein Klavierquartett Opus 1 komponierte – ein Hymnus an die böhmischen Wälder, ganz auf den Pfaden seines Schwiegervaters. 1875 hatte der junge Dvorák mit seinem ersten Klaviertrio seine „slawische Periode“ eröffnet, eine selig singende Musik, getragen vom Überschwang böhmischer Volksweisen. Was Dvorák für Böhmen, das war Ernö von Dohnányi für Ungarn: der Vater der Nationalmusik seines Landes. In seiner Serenade für Streicher hat der Großvater des Politikers und des Dirigenten Dohnányni auf unnachahmliche Weise Wiener „Schmäh“ mit ungarischem Feuer verbunden.


Antonín Dvorák: Klaviertrio Nr. 1 B-Dur op. 21
Ernst von Dohnányi: Serenade für Streichtrio C-Dur op. 10
Josef Suk: Quartett für Klavier und Streichtrio a-Moll op. 1

Sonntag, 29. Juli, 18 Uhr

Abschlusskonzert in Bloemersheim


In diesem Programm gibt es kein Halten mehr: zweimal Es-Dur, zweimal romantischer Überschwang ohne Grenzen. Vom Kopfsatz des Schumann-Quintetts bis zum Finale des Mendelssohn-Oktetts werden die Zuhörer auf einer einzigen Welle der Begeisterung getragen. Beide Werke kennen auch ihren Ruhepunkt: im Mendelssohn-Oktett ein Andante von changierenden Farben und Mozartscher Süße, im Schumann-Quintett ein Trauermarsch, der eine ganze Tragödie in sich fasst.


Robert Schumann: Klavierquintett Es-Dur op. 44 Felix
Mendelssohn Bartholdy: Streichoktett Es-Dur op. 20