Mittwoch, 24. Juli, 20 Uhr

Ein Wort zur Musik

mit Karl Böhmer

Rokokosaal Kloster Kamp


Einführung in das Festivalprogramm mit Live-Musikausschnitten bei Käse und Wein
www.kammermusikfuehrer.de

Donnerstag, 25. Juli, 20 Uhr

Rundum klassisch – Eröffnungskonzert Ihrer Stadtwerke Kamp-Lintfort

Audimax Hochschule Rhein-Waal, Standort Kamp-Lintfort


In seinen späten Jahren ab 1849 überwog in Robert Schumanns Kammermusik das “kleine Genre“ der Romanzen, Fantasiestücke. Die Inhalte dieser “Bilder” sind kein konkreter sondern ein poetisch-musikalischer Versuch, den Ton des Märchens – das Erzählende – in Musik zu fassen.
Für Johannes Brahms war die Vollendung seines Klavierquartett op.60 ein innerer Kampf. Es ist ein autobiographisches Bekenntnis seiner Liebe zu Clara Schumann. Antonín Dvořák komponierte im Sommer 1889 sein zweites Klavierquartett op. 87. Es gibt zahlreiche Querverbindungen zwischen seinem Quartett und denen von Johannes Brahms. Nach der Uraufführung 1890 wurde bald deutlich, dass Dvořáks Klavierquartett den Vergleich mit den Brahms’schen nicht zu scheuen brauchte, denn die Behandlung der Streicher mit einem Klavier führt zu einer perfekten Verschmelzung im Klang.

Robert Schumann: Vier Stücke für Viola und Klavier op. 113 „Märchenbilder“
Antonín Dvořák: Klavierquartett Es-Dur op. 87
Johannes Brahms: Klavierquartett c-Moll op. 60

Freitag, 26. Juli, 19 Uhr

Gala im Schloss – Das Benefizkonzert für das Festival

Schloss Leyenburg


Ludwig van Beethovens Es-Dur-Trio op. 3 ist ein typisches Frühwerk von ihm, in dem sich Einflüsse der großen klassischen Meister Mozart und Haydn zeigen, sich aber bereits mit seinem unverwechselbaren Stil verbinden. Kantable Episoden in den Themen und trotzige Crescendo-Motive sind unverkennbar „Beethoven“.
Johannes Brahms’ erstes Werk reiner Streicher-Kammermusik welches er veröffentlichte war sein Streichsextett op. 18 und es wurde ein großer Erfolg. unwiderstehlicher Klangreiz und melodische Schönheit mit Anklängen an einen „Volkston“ sind die Säulen dieser Komposition.

Ludwig van Beethoven: Streichtrio Nr. 1 Es-Dur op. 3
Johannes Brahms: Streichsextett Nr. 1 B-Dur op. 18

Der Samstag auf dem Kamper Berg

Samstag, 27. Juli, 18 Uhr

Soirée in der Abteikirche Kloster Kamp

Barocco! Eine Reise durch Europa

Die großen Komponisten aus dem Barock, Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi, Alessandro Scarlatti, Francois Couperin, Arcangelo Corelli, prägten die Musikkultur in den großen Metropolen der damaligen Zeit: London, Leipzig, Neapel, Venedig, Paris. Unser erstes reines Barockprogramm in der Geschichte des Kammermusikfests Kloster Kamp ist eine Zeitreise zurück in die Zeit des konzertierenden Stils, bei der die Kompositionen das abwechselnde und virtuose Spiel (fast schon ein Wetteifern) zwischen zwei Soloinstrumenten oder auch zwischen mehreren Instrumentengruppen auf die Spitze getrieben wurde. Es ist ein „Gegeneinander im Miteinander“ – ein Feuerwerk instrumentaler Kunst. Das beschreibt die Faszination der Barockmusik bis in unserer Zeit.

Von London über Leipzig, Paris, Neapel und Rom nach Venedig
Mit Werken von Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach, François Couperin, Alessandro Scarlatti, Arcangelo Corelli und Antonio Vivaldi

Samstag, 27. Juli

Festival-Menue in der Villa Vigna


Wer, je nach Konzertwahl nach, vor oder zwischen den Konzerten auf dem Kamper Berg am Samstag etwas essen möchte, kann eine Karte für das Festival-Menue in der Villa Vigna erwerben. Die Villa Vigna befindet sich in der ehemaligen Gaststätte „Klosterpforte“, ist also fußläufig (350 m / 5 Minuten) zu den beiden Konzertorten zu erreichen.

Zeitlich passend zwischen den Konzerten auf dem Kamper Berg:
Dreigang-Menue aus der italienischen Küche von Simone Vigna

Samstag, 27. Juli, 22 Uhr

Nachtkonzert im Rokokosaal Kloster Kamp


Benjamin Britten hat sein Werk 1950 für den Bratschisten William Primrose geschrieben. "Lachrymae" ist zwar Musik aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, aber keine, die an der Tradition geschulter Hörgewohnheiten vorüber geht, im Gegenteil: es ist eine Musik von reinem Wohlklang. Paul Ben-Haim konnte vor den Nazis nach Palästina flüchten und wurde in seiner neuen Heimat zu einem der erfolgreichsten Komponisten. Die „Variationen über eine hebräische Melodie“
bestehen aus einem einzigen Satz, der sich in Introduktion, Thema und Variationen gliedert.
Dimitri Schostakowitsch komponierte sein Klavierquintett 1940. In seinem Quintett erzählt Schostakowitsch unterschwellig – wie in vielen seiner großen Werke – von der Bedrohung durch Krieg, Tod und von unermesslichem Leid. Das große musikalische Vorbild in dem Werk war Johann Sebastian Bach. Aus den harmonischen Spannungsbögen von dessen Präludien und Fugen bezog Schostakowitsch die Idee zum Anfang des Quintetts.

Benjamin Britten: „Lachrymae – Reflections on a Song of Dowland“ für Viola und Klavier op. 48
Paul Ben Haim: Variationen über eine hebräische Melodie für Klaviertrio
Dmitri Schostakowitsch: Klavierquintett g-Moll op. 57

Sonntag, 28. Juli, 11 Uhr

Matinée in Schloss Ossenberg


In den Jahrzehnten nach dem verlorenen Krieg gegen Preußen 1871 sprossen in Paris die Sociétés, Musikgesellschaften, wie Pilze aus dem Boden. Die Gründung der Société nationale de Musique hatte segensreiche Auswirkungen vor allem auf die Kammermusik in Frankreich, um der „Musique germanique“ Gleichwertiges entgegenzusetzen. Dies gelang dem jüngeren Gabriel Fauré mit seinem c-Moll-Quartett, op. 15. Dennoch sind auch hier die Parallelen zu Johannes Brahms
unüberhörbar. Ludwig van Beethoven spielte oft selbst das Klavier bei Konzerten in Wien seiner Sonaten. Kompositorisch knüpfen sie an die von Mozart begründete Gleichberechtigung der beiden Instrumente an. In der Frühlingssonate op. 24 ist dieses Vorbild sehr deutlich zu spüren.
César Franck, obwohl ein großer Wagnerianer, schrieb sein monumentales Klavierquintett in f-Moll 1878/79 im Sinne eines neuen, eigenen französischen Stils. Parallel zu den impressionistischen Malern suchten junge Komponisten nach neuen, typisch französischen Ausdrucksformen gerade in der Kammermusik, die bis dahin in Paris kaum beachtet wurde.

Gabriel Fauré: Klavierquartett c-Moll, op. 15
Ludwig van Beethoven: „Frühlingssonate“ für Violine und Klavier F-Dur op. 24
César Franck: Klavierquintett f-Moll

Sonntag, 28. Juli, 18 Uhr

Abschlusskonzert in Bloemersheim


Sergei Tanejews Klavierquintett ist eines der großen romantischen russischen Kammermusikwerke. Eine besondere Wärme im langsamen Satz und eine begeisternde Energie in den schnellen Sätzen zeichnen dieses hoch romantische Werk aus.
Peter Tschaikowskys Klaviertrio a-Moll op. 50 entstand im Winter 1881/82 in Rom. Es ist ein Höhepunkt elegischer Stimmungsmalerei in der romantischen Kammermusik. Den Anlass zur Komposition war sein Gedenken an seiner Lehrer und Förderer Nikolaj Rubinstein. Das Thema der Variationen geht übrigens auf eine gemeinsame Soirée Rubinsteins und Tschaikowskys aus dem Jahr 1873 zurück. Einer alten Überlieferung zufolge soll Tschaikowsky in den Variationen 12 Episoden aus dem Leben Rubinsteins geschildert haben.

Sergei Tanejew: Klavierquintett g-Moll op. 30
Peter Tschaikowsky: Klaviertrio a-Moll op. 50 „A la mémoire d’un grande artiste“